Prostadakrebs

Bei mir wurde im Januar Prostadakrebs diagnostiziert. Eine Total-OP wollte ich nicht aus verschiedenen Gründen die hinlänglich bekannt sind und ich habe mich für eine Therapie mit Seeds-Bestrahlung entschieden. Das verlief ohne Komplikationen, allerdings konnte ich nach ca. 4 Wochen nicht mehr urinieren und musste 3 Wochen lang mit einem Katheder hantieren. Da es sich nicht änderte benutze ich seitden latende Katheder. Verschiedene Medikamente wurden versucht.
Frage: Wer kennt ähnliche Auswirkungen durch die Therapie mit Seeds und welche Zeiträume muss ich man bis zur möglichen Normalisierung erwarten.  Oder geht das nicht von alleine wieder in Ordnung?
Experte KID-Krebsinformationsdienst vor 1192 Tagen
Sehr geehrter Forumsnutzer Joschi,

vielen Dank für Ihren Beitrag zum Expertenforum Krebs. Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) beantworten hier krebsbezogene Fragen.
Wie Sie uns schildern, sind Sie Anfang des Jahres an Prostatakrebs erkrankt. Sie haben sich für eine Seeds-Bestrahlung entschieden. Darunter haben Sie jedoch Probleme mit Harnverhalt und müssen seither Katheder verwenden. Medikamente haben bisher nicht geholfen. Sie fragen, wann sich die Schwierigkeiten beim Wasserlassen normalisieren und ob es von allein wieder in Ordnung kommt.

Bei der Seeds-Implantation handelt es sich - wie Sie wissen - um einen operativen Eingriff mit nur wenigen Schnitten ("minimal invasiv"). Reiskorngroße Kapseln (Seeds), die Strahlenquellen (Jod125 oder Palladium103) enthalten, werden in das Prostatagewebe eingesetzt (implantiert). Die gezielte Strahlung zerstört den Tumor von innen heraus.

Allgemein kann man zu den Nebenwirkungen einer Bestrahlung mit Seeds Folgendes sagen:

Im ersten Jahr entwickeln die meisten Patienten Probleme beim Wasserlassen (Harnverhalt, unwillkürlicher Harnabgang). Es kommt zu einer Blasenentzündung (Strahlenzystitis), da Harnblase und Harnröhre unvermeidbar eine gewisse Streustrahlung abbekommen. Nach drei Jahren haben sich die meisten dieser Symptome aber wieder zurück gebildet. Bis zu einem Fünftel der Patienten muss allerdings mit länger anhaltenden Beschwerden rechnen. Die Rate und Schwere der Nebenwirkungen hängt ganz erheblich von der individuellen Ausgangssituation ab. Hatten die Patienten schon vor der Behandlung Probleme beim Wasserlassen, ist das Risiko größer.
Wir wissen, dass die Frage nach dem weiteren Verlauf der Erkrankung häufig eine der dringendsten Fragen für Krebspatienten und ihre Angehörigen ist. Es ist uns aber aus der Ferne nicht möglich, diese Frage vorausschauend zu beantworten.
Auch die Erfahrungen anderer Patienten helfen hier nicht wirklich weiter, denn:
- zu Häufigkeit und Ausprägung der verschiedenen Nebenwirkungen lassen sich keine verlässlichen Angaben machen
- Ob und in welcher Schwere die möglichen Behandlungsfolgen eintreten, hängt stark von der individuellen Situation ab (gab es schon vor der Behandlung Probleme mit der Kontinenz? Mit welcher Dosis wurde bestrahlt?)  

Wie Sie aus den Erläuterungen ersehen, bilden sich bei den meisten Patienten die Beschwerden wieder zurück, bei einigen Männern können jedoch Probleme mit der Blasenentleerung länger bestehen bleiben.
Wir müssen Sie hier an Ihre behandelnden Ärzte zurückverweisen, die am ehesten eine Prognose erstellen können und mit Ihnen besprechen, welche Maßnahmen in Ihrer Situation geeignet sind.

Mehr zum Thema "Bestrahlung bei Prostatakrebs" lesen Sie auch auf unseren Internetseiten www.krebsinformationsdienst.de unter dem Link:
https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/prostatakrebs/behandlung-bestrahlung.php 

Es ist uns bewusst, dass wir Ihre Frage möglicherweise nicht in der von Ihnen gewünschten Form beantworten konnten. Wir hoffen, dass Ihnen diese Informationen trotzdem von Nutzen sind und wir Ihnen mit diesen Hinweisen zumindest ein bisschen weiterhelfen konnten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Eva Häberle

Krebsinformationsdienst (KID)
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Die Informationen in diesem Text hat der KID auf der Basis Ihres Beitrags für Sie individuell zusammengestellt. Sie sind daher nicht automatisch auf andere Fragestellungen übertragbar. Krebspatienten sollten alle Fragen der Diagnose und Behandlung auf jeden Fall auch mit ihren behandelnden Ärzten besprechen. Weitere Informationen zur Arbeitsweise des KID lesen Sie unter http://www.krebsinformationsdienst.de/wirueberuns.php.
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