Mundbodenkarzinom

Hallo,
Ich habe nach einer neck dissection ein Rezidiv des Primärtumors (PT2) mit teilweiser Methasierung bekommen. Die bisherige ambulante Chemo in Kombination mit Antikörper hat angesprochen und nach der erfolgten CT Diagnose im Thorax ssin keine weiteren Metastasen erkennbar gewesen.
Wenn später das Rezidiv zum Stillstand gebracht werden kann,
Ist damit eine Heilungschance gegeben ?
Experte KID-Krebsinformationsdienst vor 1191 Tagen 23 Stunden
Sehr geehrte(r) Forumsnutzer(in) Designmicha,

vielen Dank für Ihren Beitrag zum Expertenforum Krebs. Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) beantworten hier krebsbezogene Fragen.

Nach einer Neck Dissection trat bei Ihnen ein Rezidiv des Primärtumors (Mundbodenkarzinom) mit Metastasierung auf. Ihren Angaben zufolge sprach die Erkrankung auf eine Chemotherapie in Kombination mit einem Antikörper an, bei einer CT-Kontrolle waren keine weiteren Metastasen erkennbar. Sie fragen nun nach den Heilungschancen, falls das Rezidiv zum Stillstand gebracht werden kann.
Wir wissen, dass die Frage nach dem weiteren Verlauf der Erkrankung eine der dringendsten Fragen für Krebspatienten ist. Es ist uns aber aus verschiedenen Gründen nicht möglich, diese Frage vorausschauend zu beantworten.

Zwar gibt es für viele Krebserkrankungen statistische Angaben zu den Heilungschancen. Wie die Krankheit aber im persönlichen Fall verlaufen wird, lässt sich mit statistischen Daten nicht exakt vorhersagen. Denn: Es gibt viele Faktoren, die eine Krebserkrankung beeinflussen. Zum einen spielen die Krebsart, das Tumorstadium sowie tumorbiologische Eigenschaften eine wichtige Rolle. Wenn es, wie bei Ihnen, zu einem Rezidiv kommt, hängt die Prognose außerdem entscheidend von der Ausdehnung des Rezidivs ab und davon, ob es gelingt, alle Tumorherde vollständig zu entfernen. Zum anderen müssen ganz persönliche Faktoren, wie Alter, allgemeiner Gesundheitszustand und Begleiterkrankungen berücksichtigt werden.

Zu bedenken ist zudem, dass statistische Angaben immer auf der Auswertung großer Patientengruppen beruhen: Das heißt, dass sich dahinter eine große Bandbreite von verschiedenen Verläufen verbergen kann.
Im ungünstigen Fall muss man damit rechnen, dass eine Erkrankung unerwartet schnell voranschreitet. Genauso ist es jedoch möglich, dass man sehr viel länger lebt, als dies die Statistiken vermuten lassen.
Zudem sind viele Angaben zu Überlebensraten heute nicht mehr zutreffend, weil sie auf älteren Behandlungsansätzen beruhen. Um eine Aussage zur Überlebenswahrscheinlichkeit zu treffen, muss man Patienten über mehrere Jahre nachbeobachten. Es ist durchaus möglich, dass während dieser Zeit neue und wirksamere Behandlungsmethoden und Medikamente (z.B. zielgerichtete Medikamente wie bestimmte Antikörper) entwickelt werden.

Zusammengefasst heißt das: Krebspatienten dürfen immer darauf hoffen, dass die Erkrankung einen möglichst günstigen Verlauf nimmt - auch wenn dies niemand garantieren kann.

Wenn Sie offene Fragen zur Prognose oder zum weiteren Verlauf Ihrer Erkrankung haben, sollten Sie das Gespräch mit Ihren behandelnden Ärzten suchen. Diese kennen alle Ihre Befunde und Ihren aktuellen Gesundheitszustand und können die Situation deshalb am ehesten einschätzen.

Weitere Informationen zur Erkrankung finden Sie beispielsweise in einer Patientenleitlinie "Mundhöhlenkrebs: Ein Ratgeber für Patientinnen und Patienten" unter
http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Mundhoehlenkarzinom.74.0.html.

Es ist uns bewusst, dass wir Ihre Frage möglicherweise nicht in der von Ihnen gewünschten Form beantworten konnten. Wir hoffen, dass Ihnen diese Informationen trotzdem von Nutzen sind und wir Ihnen mit diesen Hinweisen zumindest ein bisschen weiterhelfen konnten.

Gerne nehmen wir uns auch am Telefon Zeit für Ihre Fragen und Sorgen. Im Gespräch, in dem Rückfragen möglich sind, können wir auf Ihre konkrete Situation besser eingehen und Sie gezielter mit Hintergrund-Informationen in Ihrem Anliegen unterstützen. Sie erreichen uns täglich von 8.00 - 20.00 Uhr deutschlandweit kostenfrei unter der Rufnummer 0800 - 420 30 40.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Brigitte Kron

Krebsinformationsdienst (KID)
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Die Informationen in diesem Text hat der KID auf der Basis Ihres Beitrags für Sie individuell zusammengestellt. Sie sind daher nicht automatisch auf andere Fragestellungen übertragbar. Krebspatienten sollten alle Fragen der Diagnose und Behandlung auf jeden Fall auch mit ihren behandelnden Ärzten besprechen. Weitere Informationen zur Arbeitsweise des KID lesen Sie unter http://www.krebsinformationsdienst.de/wirueberuns.php.
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