Inwiefern schädigt eine Angsterkrankung das Herz?

Hallo,

man liest immer wieder von Studien, dass bei Patienten mit Angsterkrankung, Posttraumatischen Belastungsstörung oder Hypochondrie (z.B. diese Studie hier http://bmjopen.bmj.com/content/6/11/e012914.abstract?sid=9c42d9c3-051c-4e02-abd8-fb245941838f) das Herz geschädigt wird und sie ein "massiv erhöhtes Risiko" für Herzerkrankungen haben.

Was konkret schädigt an "Angst" das Herz? Sind es Angstanfälle oder -Zustände per se oder die daraus evtl. resultierende schlechte Lebensweise (mangelnde Bewegung, ungesunde Ernährung usw.), die das Herz auf Dauer schädigen?

Wie kann ein Patient mit einer chronischen generalisierten Angststörung sein Herz vor solchen Herzerkrankungen schützen (außer z.B. via Psychotherapien, die über Jahre nichts gebracht haben)?

Danke.
Experte Prof.Landmesser vor 1096 Tagen 22 Stunden
Vielen Dank für Ihre Anfrage. Zwischen seelischen Störungen und der Herz-Kreislauf-Funktion bestehen in der Tat vielfältige wechselseitige Zusammenhänge. Damit beschäftigt sich vor allem die Disziplin der Psychokardiologie. Am besten untersucht sind die Wechselbeziehungen zwischen Depression und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wie Sie schon selbst herausgefunden haben, gibt es Hinweise darauf, dass Angststörungen mit einem erhöhten Risiko für eine Herzkranzgefäßerkrankung einhergehen können. Wenn man das Gesundheitsverhalten herausrechnet, ist der Zusammenhang zwischen Angst und Herzkranzgefäßerkrankung lockerer aber immer noch auffällig, sodass einiges dafür spricht, dass Angst per se einen Risikofaktor darstellt. Nicht nur daraus hat man die Empfehlung abgeleitet, dass Angststörungen effektiv behandelt werden sollten, z. B. mit Verhaltenstherapie und Medikamenten.
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