Das Nicht-Erkennen dieser Beschwerden seitens der Ärzte

Hallo zusammen!

Zuerst möchte ich mich für den Artikel in der aktuellen Umschau bedanken.

Allerdings bin ich ein wenig erstaunt, dass zu diesem Thema bis dato keine Forum-Diskussion eröffnet wurde.
Nun denn, dann bin ich eben die Erste aber hoffentlich nicht die Einzige.

„Geheilt - und jetzt? Leben nach dem Krebs - dieses Thema, dieses enorme Problem, wird m.E. sehr stiefmütterlich behandelt. Und hier meine ich nicht nur die Presse, bzw. Öffentlichkeit, sondern auch Ärzte….Onkologen, Gynäkologen, Neurologen, medizinische Dienste.
Diese Behauptung ist nachweislich aus meiner eigenen Erfahrung entstanden und hieraus ergeben sich meine Fragen an die Experten.

Vor 5 Jahren ist leider auch bei mir Brustkrebs wie aus dem NICHTS diagnostiziert worden - es folgten brusterhaltende OP, Chemo., Bestrahlung, Herzeptin, Tomaxifen…..und das mit allen möglichen Nebenwirkungen wie unerträgliche Schmerzen im ganzen Körper, Kribbeln in den Beinen und Händen, Nerven,- und Muskelversagen, die sogenannte Chemo-Demenz, Konzentrationsstörungen und, und, und.
Ich habe den Kampf aufgenommen und bisher (Gott sei Dank) erfogreich, ABER der Preis, den ich dafür zahlen muss ist extrem hoch, denn auch ich habe mich nach meiner Krankheit in den Beruf „zurückgekämpft“ um dann nach ca. einem Jahr mit Entsetzen feststellen zu müssen, dass ich nicht zuletzt durch die unerklärliche chronische Erschöpfung arbeitsunfähig bin. Mir geht es nicht anders als einer der beiden Protagonistinnen des Artikels. Niemand sieht mir die Krankheit an - auch die Ärzte nicht! Sie ist aber da und sie beherrscht mein Leben und das meiner Familie.
Auf dieses Problem angesprochen meinte der Onkologe ziemlich salopp  „ …seien Sie froh, dass Sie leben…“, der Gynäkologe äußert sich bis heute nicht konkret dazu, der Neurologe spricht von Depressionen und versucht mich mit allen möglichen Antidepressiva zu behandeln, nur mein Hausarzt hat das Problem, bzw. die Krankheit beim Namen genannt, nur helfen kann er mir leider nicht.
Nun meine Frage, beim welchem Facharzt muss ich vorstellig werden um ernst genommen zu werden und nicht ständig für einen Hypochonder gehalten zu werden? 
Welchem Facharzt könnten diese Probleme hinreichend bekannt sein um mir zu helfen, um mir ein wenig meiner Lebensqualität zurückzugeben?

Nun möchte ich noch kurz zum Anfang meines Posts kommen und mich nochmal ausdrücklich bei der Umschau-Redaktion dafür bedanken, dass dieses Thema aufgegriffen wurde und der Artikel erschienen ist und dass hier, auch wenn nur leider zeitlich begrenzt, ein Forum mit Experten geboten wird.

Allen Betroffenen wünsche ich Gesundheit, viel Kraft und Ausdauer.


Viele Grüße!

Aleneu




Experte GeorgiaSchilling vor 807 Tagen 20 Stunden
In der Tat wurde das Thema Cancer Survivorship bis vor wenigen Jahren stiefmütterlich behandelt. Jetzt wird es aber in den verschiednen Fachgesellschaften wie der Amerikanischen und Europäischen Gesellschaft für Onkologie, der DGHO und der Deutschen Krebsgesellschaft zunehmend in den Fokus gerückt und über eine bessere Versorgung der ehemaligen Krebspatienten und ihre medizinischen und psychosozialen Langzeitschäden nachgedacht.
Ich finde das macht Hoffnung, auch wenn dieser Prozess sicher noch dauert.

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