Blut mit Tumormarker - wann ist es sinnvoll?

Hallo, bei mir wurde im August 2015 Brustkrebs in beiden Brüsten diagnostiziert. Jetzt, nach mehreren Behandlungen und während der Antihormontherapie geht mir relativ gut (Nebenwirkungen natührlich, aber damit kann man leben). Nur die Angst bleibt. Ich habe gehört, dass durch die Blutwerte kann man den Rezidiv schnell erkennen. Mein Arzt sagt aber, dass diese Tumormarkersuntersuchungen sind schon die Vergangenheit. Ich kenne aber die Frauen, bei welchen Arzt diese Untersuchungen regelmäßig durchführt. Können Sie mir helfen die Klarheit zu finden?
Experte KID-Krebsinformationsdienst vor 831 Tagen 17 Stunden
Sehr geehrte Forumsnutzerin,

vielen Dank für Ihren Beitrag zum Expertenforum Krebs. Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) beantworten hier krebsbezogene Fragen.

Sie bitten um Informationen zu Tumormarkern nach Brustkrebs.
Gerne sind wir Ihnen in Ihrem Anliegen behilflich. Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass wir als Krebsinformationsdienst nur Hintergründe zusammentragen und nicht die persönliche ärztliche Beratung ersetzen.

Die Bestimmung von Tumormarkern bei Brustkrebs wird nicht allgemein empfohlen. Generell sollte sich die Nachsorge am individuellen Rückfallrisiko ausrichten. Die Nachsorge kann deshalb unterschiedlich sein.

Üblicherweise umfassen Nachsorgeuntersuchungen die körperliche Untersuchung sowie Mammographien und Ultraschalluntersuchungen in bestimmten Zeitabständen. Dies ist Ihnen aus der eigenen Erfahrung sicher geläufig. Darüber hinaus werden zusätzliche Untersuchungen nur in bestimmten Situationen empfohlen.

Nicht zur Nachsorge gehören umfangreiche Bluttests, zum Beispiel die Erhebung eines Immunstatus, die Prüfung vieler Tumormarker oder andere Untersuchungen, deren Ergebnisse keine Konsequenzen für die Behandlungsplanung haben. Die routinemäßige Suche nach Fernmetastasen in der Brustkrebsnachsorge bringt nach derzeitigem Wissensstand ebenfalls keinen Vorteil für Patientinnen.

Zusammenfassend können Nachsorgeuntersuchungen durchaus unterschiedlich sein, je nachdem, die hoch das persönliche Rückfallrisiko eingeschätzt wird. Beschwerdefreien Patientinnen werden in der Regel keine zusätzlichen Untersuchungen (z.B. Tumormarker) zum Ausschluss von Fernmetastasen empfohlen.

Weiterführende Informationen finden Sie auf den KID-Internetseiten im Kapitel "Brustkrebs - Nachsorge": https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/nachsorge.php
Und im Kapitel "Brustkrebs - Leben mit der Erkrankung": https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/leben.php

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Hinweisen weiterhelfen konnten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Silke Schmidt

Krebsinformationsdienst (KID)
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Die Informationen in diesem Text hat der KID auf der Basis Ihres Beitrags für Sie individuell zusammengestellt. Sie sind daher nicht automatisch auf andere Fragestellungen übertragbar. Krebspatienten sollten alle Fragen der Diagnose und Behandlung auf jeden Fall auch mit ihren behandelnden Ärzten besprechen. Weitere Informationen zur Arbeitsweise des KID lesen Sie unter http://www.krebsinformationsdienst.de/wirueberuns.php.
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