Asymtomatisches multiples Myelom

Guten Tag...
bei mir wurde vor 2 Monaten die Diagnose Asymtomatisches multiples Myelom gestellt. Es wurden im pathologischen Befundbericht 15- 20 % reife Plazmazellen wovon 5% infiltriert sind dargestellt.Nach eigenen Recherchen sollte es sich bei diesem Befund noch um ein MGUS handeln, wieso wurde ein schwellendes Myelom diagnostiziert. Die weitere Bezeichnung in meinem Befund: monoklonale Gammopathie IgA lambda 2207 mg/dl. low dose Ct und Abdomen Ultraschall sowie weitwere Blutwerte OB.

Vielen Dank fürs lesen und Antwort
Experte KID-Krebsinformationsdienst vor 1194 Tagen 21 Stunden
Sehr geehrte Forumsnutzerin Angelika,
vielen Dank für Ihren Beitrag zum Expertenforum Krebs. Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) beantworten hier krebsbezogene Fragen.
Wie Sie uns schildern, wurde bei Ihnen vor zwei Monaten die Diagnose "Asymptomatisches multiples Myelom" gestellt.
Es wurden "15- 20 % reife Plazmazellen wovon 5% infiltriert sind" festgestellt, zudem eine monoklonale Gammopathie IgA lambda 2207 mg/dl. Eine CT und ein Ultraschall des Bauchraumes waren unauffällig.
Sie fragen nun, warum man in Ihrem Fall bereits von einem Smoldering Myelom (schwelende Verlaufsform, SMM, auch asymptomatisches Myelom genannt) spricht. Nach Ihren eigenen Recherchen gehen Sie nur von einer sogenannten monoklonalen Gammopathie unbekannter Signifikanz (MGUS) aus.

Gerne sind wir Ihnen mit Informationen behilflich, die Sie im Gespräch mit den behandelnden Ärzten unterstützen. Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass wir als Krebsinformationsdienst nur Hintergründe zusammentragen und nicht die ärztliche Beratung ersetzen. Laborwerte können nur im Zusammenhang mit anderen Befunden und unter Kenntnis der Gesamtsituation vom Arzt interpretiert werden. Aus der Ferne können wir nicht beurteilen, wie die Veränderungen bei Ihnen letztlich eingestuft werden.

1. Zur Erkrankung:
Das multiple Myelom (MM) ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks, die von sogenannten Plasmazellen ausgeht. Plasmazellen sind spezielle weiße Blutzellen (reife B-Lymphozyten). Sie bilden Antikörper und geben diese ins Blut ab. Antikörper stellen einen wichtigen Teil der menschlichen Abwehrsystems dar. Das multiple Myelom wird zu den bösartigen (malignen) Lymphomen gezählt. Myelomzellen produzieren ebenfalls antikörperartige Eiweiße (Immunglobuline oder Immunglobulin-Leichtketten). Diese sind allerdings funktionslos, erfüllen also keine Abwehrfunktion im Immunsystem. Die Eiweiße können im Blut (Paraprotein) bzw. im Urin (Bence-Jones-Protein) nachgewiesen werden. Selten, in etwa einem Prozent der Fälle, bildet ein multiples Myelom kein Paraprotein.

Als erster Schritt auf dem Weg zu einem multiplen Myelom entsteht eine kleine Ansammlung defekter Plasmazellen. Diese geht von einer einzigen entarteten Zelle aus. Diese Plasmazellen bildet unwirksame Antikörper (Paraproteine). Diese Störung wird auch als "monoklonale Gammopathie unbekannter Signifikanz", „MGUS" bezeichnet. Sie gilt als Vorstufe des multiplen Myeloms. Sie macht keine Beschwerden und muss nicht behandelt werden. Eine MGUS kann sich im Verlauf jedoch zu einem multiplen Myelom weiterentwickeln.

Zu Beginn der Erkrankung haben viele Betroffene noch keine Beschwerden (asymptomatisches oder smoldering Myelom). Das smoldering Myelom kann über viele Jahre stabil bleiben. Das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung ist unterschiedlich und abhängig von bestimmten Risikofaktoren. Patienten mit einem smoldering Myelom sollen entsprechend ihrem Risiko engmaschig beobachtet werden.
Zu den Diagnosekriterien zählen z.B. ≥ 30 g/l monoklonales Protein im Serum und/oder ≥ 10 % atypische klonale Plasmazellen im Knochenmark nachweisbar.

Wir möchten Sie an dieser Stelle ermutigen, sich nochmals an Ihren behandelnden Arzt zu wenden und mit ihm genau zu besprechen, wie hier Ihr eigener Befund einzuordnen ist. Dabei sollten Sie sich nicht scheuen, bei Unklarheiten konkret nachzufragen und um Aufklärung zu bitten und auch Ihre persönlichen Sorgen zum Ausdruck bringen.

2. Weitere Informationen:
Das multiple Myelom gehört formal zu den malignen Lymphomen. Mehr zu dieser Erkrankungsgruppe lesen Sie auch auf unseren Internetseiten www.krebsinformationsdienst.de unter dem Link: https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/lymphome/index.php

Hier finden Sie z.B. das "Kompetenznetz Maligne Lymphome e. V." (KML), im Internet: www.lymphome.de
Im KML haben sich die führenden Forschergruppen und Versorgungseinrichtungen zusammengeschlossen, die in Deutschland im Bereich der malignen Lymphome tätig sind. Das Krankheitsbild Multiples Myelom ist seit 2003 durch die zwei großen deutschen Myelom Studiengruppen, die Deutsche Studiengruppe Multiples Myelom (DSMM) und die German Speaking Myeloma Multicenter Group (GMMG) im Kompetenznetz vertreten.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Hinweisen schon etwas weiterhelfen konnten, auch wenn wir aus der Ferne keine Einstufung Ihrer Erkrankung vornehmem können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Eva Häberle
KID E-Mail-Service

Krebsinformationsdienst (KID)
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Die Informationen in diesem Text hat der KID auf der Basis Ihres Beitrags für Sie individuell zusammengestellt. Sie sind daher nicht automatisch auf andere Fragestellungen übertragbar. Krebspatienten sollten alle Fragen der Diagnose und Behandlung auf jeden Fall auch mit ihren behandelnden Ärzten besprechen. Weitere Informationen zur Arbeitsweise des KID lesen Sie unter http://www.krebsinformationsdienst.de/wirueberuns.php.
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