Basaliom

Bei mir wurden in den letzten jahren immer wieder diese Hautveränderungen festgestellt und operativ entfernt. Mein Hautarzt meint, eine weiter Behandlung ist nicht erforderlich, die Kontrolle pro Quartal ist ausreichend.


Ich bin 64 Jahre alt und war als Kind ein weißblonder  Typ mit sehr empfindlicher Haut, ich bekam schnell einen Sonnenbrand.


Heute ist meine Haut nicht mehr so empfindlich, Sonnenbrand bekomme ich bei gutem Eincremen nicht mehr.


Ist nur Kontrolle wirklich ausreichend - und natürlich Schutz bei Sonne.


Vielen Dank


SILA47


 

Experte U.Will vor 1039 Tagen 20 Stunden

Sehr geehrte Forumsnutzer(in) SILA47,

vielen Dank für Ihren Beitrag zum Expertenforum Krebs. Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) beantworten hier krebsbezogene Fragen.

Wie Sie berichten, wurden bei Ihnen (64 Jahre alt) in den letzten Jahren immer wieder "diese Hautveränderungen" festgestellt und operativ entfernt. Ihr Hautarzt hält eine Kontrolle einmal pro Quartal für ausreichend. Vor dem Hintergrund, dass Sie als Kind ein weißblonder Typ mit empfindlicher Haut waren und schnell Sonnenbrand bekamen, fragen Sie sich, ob die vorgeschlagenen Kontrollen wirklich ausreichend sind. Sie geben an, dass Sie jetzt bei gutem Eincremen keinen Sonnenbrand mehr bekommen und sich außerdem vor Sonne schützen.

Gerne sind wir Ihnen mit Informationen behilflich, die Sie auch im Gespräch mit den behandelnden Ärzten unterstützen und helfen eine Entscheidung zu treffen. Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass wir als Krebsinformationsdienst nur Hintergründe zusammentragen und nicht die ärztliche Beratung ersetzen.

Wir gehen im Folgenden davon aus, dass Sie mit "diesen Hautveränderungen" Basaliome meinen, wie Sie dies auch als Thema Ihres Beitrages angegeben haben.

Grundlage unserer Informationen ist die aktuelle Leitlinie "Basalzellkarzinom" der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) in der Deutschen Krebsgesellschaft.

Ärztliche Leitlinien sind durch Ärzte entwickelte Entscheidungshilfen, die bewährte Verfahren von Diagnostik und Therapie für bestimmte Krankheitsbilder regeln. Sie sollen dem behandelnden Arzt Orientierungshilfen geben, die Qualität der Behandlung absichern und dem Schutz des Patienten dienen. Medizinisch legen die Leitlinien den Standard guter Behandlung fest. In Einzelfällen kann jedoch auch eine Abweichung von den Empfehlungen sinnvoll sein, wenn es die Besonderheit der Erkrankung oder die Konstitution des Patienten gebietet.

Gemäß der oben genannten Leitlinie können wir in Bezug auf Ihre Frage folgende Informationen geben:

Da Basaliom-Patienten ein erhöhtes Risiko haben ein erneutes Basaliom an derselben oder an einer anderen Körperstelle zu entwickeln, ist auf jeden Fall eine Nachsorge notwendig.

Unabhängig davon sind Menschen mit einem hellen Hauttyp, wie Sie vermutlich wissen, besonders gefährdet, an einem Basalzellkarzinom zu erkranken. Als zusätzlicher Risikofaktor gilt beispielsweise eine starke, langjährige Belastung der Haut mit ultravioletten Strahlen, unabhängig ob sie von der Sonne oder aus dem Solarium kommen. Weitere Risikofaktoren sind erblich bedingte Hauterkrankungen wie Albinismus, Basalzellnävussyndrom (Görlin-Goltz-Syndrom) oder Xeroderma pigmentosum (Mondscheinkrankheit), langjährige Arsenbelastung und eine Therapie mit Medikamenten zur Unterdrückung des körpereigenen Abwehrsystems wie sie nach Organtransplantation verabreicht werden.

Zur Nachsorge im engeren Sinne gehört die Aufklärung des Patienten mit einer genauen Anweisung zur Selbstuntersuchung sowie eine Unterweisung in die Risikofaktoren und die entsprechende Gegenmaßnahmen, wie vor allem der Schutz vor Sonneneinstrahlung. Eine sichere Vorbeugung ist jedoch bis heute leider nicht bekannt.

Eine klinische Nachkontrolle ist zumindest drei Jahre lang jährlich (d.h. in der Regel einmal pro Jahr) empfehlenswert. Patienten mit lokal rezidivierenden (wiederkehrendem) oder nicht vollständig entfernten Tumoren oder solche mit höherem Risiko auf weitere neue Tumoren (Immunsuppression, genetische Disposition) werden individuell engmaschiger (beispielsweise alle drei bis sechs Monate) und eventuell lebenslang nachkontrolliert.

Da Sie geschrieben hatten, dass Sie einen hellen Hauttyp haben, als Kind oft Sonnenbrand bekamen und - wenn wir Sie richtig verstanden haben -  bereits mehrfach wegen Basaliomen operiert werden mussten, erscheint eine engmaschigere Nachsorge einmal pro Quartal, wie diese Ihr Hautarzt vorgeschlagen hat, sinnvoll. Wir bitten an dieser Stelle jedoch nochmals um Verständnis dafür, dass wir aus der Ferne in Rahmen von Forumsanfragen keine ärztliche Beratung leisten können. Sollten Sie weiter unsicher sein oder Veränderungen bemerkt haben, die Ihnen Anlass zur Sorge geben, sollten Sie sich gegebenenfalls auch schon zu einem früheren Zeitpunkt erneut an Ihren (Haut-) Arzt wenden.  

Zum Weiterlesen und Informieren möchten wir Sie abschließend auf unsere Internetseiten www.krebsinformationsdienst.de zu zahlreichen krebsbezogenen Fragen aufmerksam machen:

- Zum Thema "Hautkrebs: Basaliome, Plattenepithelkarzinome, maligne Melanome": http://www.krebsinformation.de/tumorarten/weitere-tumorarten/hautkrebs.php

- Kostenlose Broschüren zu Hautkrebs, seiner Vorbeugung, seiner Behandlung: http://www.krebsinformation.de/wegweiser/broschueren/hautkrebs.php

- zum Thema "Vorbeugung und Früherkennung: Aktuelles Wissen für die Krebsprävention": http://www.krebsinformation.de/themen/vorbeugung/index.php

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Hinweisen weiterhelfen konnten. Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie sich auch an unseren telefonischen Informationsdienst wenden. Im Gespräch, in dem auch Rückfragen möglich sind, lassen sich häufig Fragen persönlicher und direkter klären als dies per E-Mail möglich ist. Sie erreichen den KID täglich von 8.00 - 20.00 Uhr deutschlandweit unter der kostenfreien Rufnummer 0800 - 420 30 40.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Ursula Will

Krebsinformationsdienst (KID)

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)

Die Informationen in diesem Text hat der KID auf der Basis Ihres Beitrags für Sie individuell zusammengestellt. Sie sind daher nicht automatisch auf andere Fragestellungen übertragbar. Krebspatienten sollten alle Fragen der Diagnose und Behandlung auf jeden Fall auch mit ihren behandelnden Ärzten besprechen. Weitere Informationen zur Arbeitsweise des KID lesen Sie unter

http://www.krebsinformationsdienst.de/wirueberuns.php.

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